Chronische Bronchitis

Informationen für Betroffene und Angehörige

Was ist eine chronische Bronchitis?

Laut Weltgesundheitsorganisation wird eine chronische Bronchitis als eine dauerhafte Entzündung der Atemwege definiert. Nicht jeder länger andauernde Husten ist dabei gleich eine chronische Bronchitis. Erst, wenn in zwei aufeinanderfolgenden Jahren an mehr als drei Folgemonaten Husten mit Auswurf auftritt, sollte eine chronische Bronchitis in Betracht gezogen werden.

Die Bronchialschleimhaut reagiert bei einer chronischen Bronchitis mit einer dauerhaften Abwehrreaktion gegen unspezifische Reizungen durch Umwelteinflüsse – ausgedrückt durch eine chronische Entzündung. Sind die Schleimhäute der großen Bronchien und der Luftröhre entzündet, spricht man von einer Tracheobronchitis. Eine chronische Bronchitis der kleinen Verzweigungen der Bronchien, die Bronchioliten, wird als Bronchiolitis bezeichnet. Die gereizten Schleimhäute reagieren bei einer chronischen Bronchitis im Rahmen ihres Abwehrmanövers mit einer vermehrten Sekretbildung. Diese wird dann beim Abhusten durch schleimigen Auswurf sichtbar.

In der westlichen Welt gehört die chronische Bronchitis zu einer der häufigsten chronischen Lungenerkrankungen, dessen Auslöser häufig das Rauchen ist. Männer sind von einer chronischen Bronchitis öfter betroffen, als Frauen. Bei Kindern tritt die chronische Bronchitis selten als eigenständige Erkrankung auf. In der Regel ist die chronische Bronchitis bei Kindern als Begleiterkrankung zu sehen.

Chronische Bronchitis: Aufgabe der Bronchien

Luftröhre und Bronchien zählen zu den tieferen Atemwegen. Sie leiten und verteilen die durch Nase und Mund eingeatmete Luft weiter in das Hohlraumsystem der Lunge, das mit vielen kleinsten Bläschen gefüllt ist. Gleichzeitig sorgen die tiefen Atemwege dafür, dass die Lunge vor Verschmutzungen geschützt wird. Beim Atmen gelangen täglich kleinste Partikelchen in die Atemwege, die die Lunge schädigen können. Damit diese Partikel nicht bis in die Lunge gelangen, sind die Atemwege mit einem sogenannten, flimmerndem Epithel ausgekleidet. Diese kleinen Flimmerhärchen sorgen dafür, dass Verschmutzungen nicht bis tief in die Lunge vordringen können, sondern durch ihre Schlagrichtung über die Luftröhre wieder aufwärts bis hin zur Stimmritze transportiert werden, wo sie dann durch den dort ausgelösten Hustenreflex wieder nach draußen befördert werden.

Entstehung einer chronischen Bronchitis

Im Gegensatz zu den tieferen Atemwegen verfügt die Lunge nämlich nicht über einen solchen Selbstreinigungsmechanismus. Partikel, die bereits bis in die Lunge vorgedrungen sind, können also nicht mehr über die Flimmerbewegung heraustransportiert werden, sondern nur bis zu einem gewissen Grad mithilfe besonderer Fresszellen über die Lymphwege beseitigt werden. Ist die Oberfläche der tiefen Atemwege wie Luftröhre und Bronchien nun durch einen längeren Zeitraum geschädigt worden, etwa durch ein Übermaß an Schadstoffen, die nicht mehr auf natürlichem Wege durch die Flimmerhärchen abtransportiert werden können, so reagieren die betroffenen Organe mit einer heftigeren, lang angelegten Abwehrreaktion – der chronischen Entzündung ihrer Oberfläche. Eine chronische Bronchitis kann entstanden sein.

Judith Schomaker

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